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Strom durch Photovoltaik

High-Tech-Konstruktion der Neuzeit

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In einer Rekordzeit von nur vier Monaten entstand das Glasdach, bei dem kein Glaselement dem anderen gleicht. Insgesamt 85 Kilometer Stahlseile sorgen bei Wind und Wetter für sicheren Halt.

Bahnhofsdächer waren schon immer prägend für die Architektur der Verkehrsstationen. Hohe Bögen spannten sie über die Gleise. So hatte der 1880 eröffnete Anhalter Bahnhof in Berlin die damals größte stützenfreie Bahnhofshalle überhaupt: 167,79 Meter lang, 60,72 Meter breit und 34,25 Meter hoch.

Das Glasdach des neuen Berliner Hauptbahnhofs ist eine High-Tech-Konstruktion der Neuzeit. Das Ost-West-Dach des Bahnhofs auf den neuen Stadtbahnbrücken wurde computergestützt konstruiert und gefertigt. 23 stählerne Dachbinder schlagen einen 16 Meter hohen und 59 bis 68 Meter weiten Bogen. Kein Glaselement des Daches gleicht dem anderen, denn die Halle liegt in einer Kurve und weitet sich zur Bahnhofsmitte auf. 85 Kilometer Stahlseile geben dem Dach bei Wind und Wetter Halt.

Dieses Dach entstand in einer Rekordzeit von nur vier Monaten. Bis alle 10.000 Schweißnähte gezogen und alle Seile gespannt waren, mussten die 40 bis 50 Tonnen schweren Dachbinder mit einem insgesamt 3.600 Tonnen schweren Montagegerüst gestützt werden.

Der alte Lehrter Stadtbahnhof musste weichen

Der Bau des Daches war Nadelöhr für die Fertigstellung des gesamten Bahnhofs. Um im Untergrund weiter bauen zu können, musste der alte Lehrter Stadtbahnhof weichen. Damit der Bahnhof weichen konnte, mussten die Züge bereits auf den neuen Stadtbahnbrücken rollen. Dazu wiederum mussten nicht nur die wesentlichen Arbeiten am Ost-West-Dach abgeschlossen, sondern auch die Gleise in der Halle mit den nötigen bahntechnischen Ausrüstungen versehen und der S-Bahnsteig nahezu komplett ausgestattet sein.

Im Juni 2002 waren alle Vorbereitungsarbeiten für die Inbetriebnahme der Ost-West-Brücken unter dem neuen Dach abgeschlossen. Vom 16. Juni bis 4.Juli 2002 wurden die neuen Brücken in zwei Stufen in Betrieb genommen. Zunächst wurde der Fern-und Regionalverkehr für fünf Tage zwischen Berlin Zoologischer Garten und Berlin Ostbahnhof unterbrochen. In dieser Zeit wurden die beiden Fernbahngleise der Berliner Stadtbahn an die neuen Brücken angeschlossen.

Am 21. Juni 2002 fuhr der erste planmäßige Zug durch die Ost-West-Bahnsteighalle des Berliner Hauptbahnhofs. Anschließend wurde der S-Bahnverkehr für 12 Tage unterbrochen.

Neben Arbeiten an Gleisen, Stromschienen und Signaltechnik mussten noch umfangreiche Brückenarbeiten ausgeführt werden. Am 04. Juli 2002, als die S-Bahn wieder fuhr, hielt das erste Mal ein Zug im neuen Bahnhof.

Photovoltaikanlage liefert jährlich 160.000 Kilowattstunden Strom

Auf der südlichen Seite des Ost-West-Hallendaches ist seit Juli 2003 eine Photovoltaikanlage in Betrieb. Auf 1.700 Quadratmetern wurden 780 Solarmodule mit 78.000 transparenten, leistungsfähigen Solarzellen in die Glasflächen integriert. Wie die Glasfelder hat auch jedes der Solarmodule andere Abmessungen. Die Einzelflächen sind 1,7 bis 2,6 Quadratmeter groß. Insgesamt wird eine Leistung von 190 Kilowatt erreicht. Jährlich liefert die Solaranlage im Durchschnitt 160.000 Kilowattstunden und damit fast zwei Prozent des Stromverbrauchs des Hauptbahnhofs.

Letzte Aktualisierung: 04.08.2010

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Blick von unten auf quadratische Felder der gläsernen Photovoltaikanlage

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Bahnhofsuhren aus verschiedenen Epochen

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