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Eine Stadt wächst mit ihren Eisenbahnen

Bahnhöfe an der Spree

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Mit dem Bau der ersten Eisenbahnen beginnt die Stadtlandschaft von Berlin zu wachsen. Aus allen Himmelsrichtungen zieht es Menschen in die Großstadt. Vor den Toren der Stadt werden Kopfbahnhöfe gebaut. Einer davon ist der Lehrter Bahnhof.

In der Geschichte der Berliner Fernbahnhöfe des 19. Jahrhunderts war der Lehrter Bahnhof einer der jüngsten. In unmittelbarer Nähe zur Spree gelegen wurde er 1871 eingeweiht, dem Jahr als die preußische Residenzstadt zur Hauptstadt des neugegründeten Deutschen Reiches wurde. Vor allem in Preußen waren es private Eisenbahngesellschaften, die das Kapital aufbrachten, um Eisenbahnstrecken und Bahnhöfe zu bauen.

Lehrte war der erste Eisenbahnkreuzungspunkt auf hannoverschem Gebiet

Obwohl Berlin bereits über gute Verbindungen in den Westen verfügte, sollte auch Hannover einen direkten Anschluss an das preußische Eisenbahnnetz erhalten. Da man dazu aber eine staatliche Konzession benötigte, war man bei der Namensgebung sehr vorsichtig: Um keine politisch unliebsamen Assoziationen zu wecken – das damalige Königreich Hannover hatte sich in den politischen Auseinandersetzungen zwischen Preußen und Österreich auf die Seite Österreichs gestellt –, nannte sich die Gesellschaft, die für den Bau der Strecke warb, „Berlin-Lehrter-Komittee“. Der Name des Ortes Lehrte war politisch unverdächtig und zugleich der erste Eisenbahnkreuzungspunkt auf hannoverschem Gebiet.

1871 wurde der Bahnhof eröffnet

Nach dem Krieg von 1866 und der Annektion Hannovers durch den preußischen Staat erhielt die Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn-Gesellschaft die Konzession zum Bau der Strecke. 1871 – im Jahr der Reichsgründung – konnten die Strecke und der Bahnhof in Betrieb genommen werden. Auf besonderen Wunsch Wilhelms I. wurde der Bahnhof aus „ästhetischen Rücksichten“ parallel zum Ufer des Humboldthafen angelegt. Für die repräsentative Schauseite des Empfangsgebäudes übernahmen die Architekten die Formensprachen der Antike und Renaissance.

Einen Hauptbahnhof gab es im Berlin des 19. Jahrhunderts nicht

An der Spree war so ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt entstanden. Invalidenstraße und Birkenallee – wie der heutige Straßenzug Alt-Moabit damals hieß – durchschnitten das großzügige Bahnhofsareal. Fast fußläufig zu erreichen, waren der Rangier- und Eilgutbereich nördlich der Invalidenstraße, der Güterbahnhof auf dem Moabiter Werder und der Hamburger Bahnhof, der allerdings 1884 zu Gunsten des Lehrter Bahnhofs geschlossen wurde. So konnte sich der alte Lehrter Bahnhof zum  wichtigsten "Überseebahnhof" Berlins entwickeln. Von hier aus nahmen jetzt auch die Strecken nach Hamburg, Bremen und Bremerhaven ihren Ausgang. Die Reisenden, die am Lehrter Bahnhof ankamen und Richtung Osten oder Süden mit der Eisenbahn weiter wollten, mußten zunächst mit der Droschke zum gewünschten Abfahrtsbahnhof fahren. Denn einen Hauptbahnhof gab es im Berlin des 19. Jahrhunderts nicht.

Letzte Aktualisierung: 07.07.2008

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Blick über die Spree auf den Lehrter Bahnhof um 1925, schwarz-weiß

Ansprechpartner zum Thema

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Deutsche Bahn AG

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Potsdamer Platz 2

10785 Berlin

Fax:  +49 30 297-61980


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Bahnhofsuhren aus verschiedenen Epochen

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